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Grabsteine aus Kinderhand
Acht Stunden am Tag und länger umklammert der 13jährige Sanjeev mit zwei
anderen Jungen den großen Presslufthammer. Die heftigen Vibrationen
schütteln seinen ganzen Körper, Ohren betäubender Lärm schallt von den
Wänden des Steinbruchs zurück, der Staub verklebt Augen und Lunge. Diese
indischen Jungen schuften für Deutschland.
25 Mio. Euro pro Jahr machen die indischen Grabsteinexporte allein nach
Deutschland aus. Ein lukratives Geschäft. Die deutschen und indischen
Unternehmen der Steinbranche bestreiten, dass es Kinderarbeit in den
Exportsteinbrüchen gibt.
Mit diesem Film gelingt erstmals der Beweis, dass dem nicht so ist.
Kinderarbeiter und sogar Sklaven in Schuldknechtschaft schuften in indischen
Steinbrüchen bei der Produktion von Grabsteinen und edlen Fassaden für den
deutschen Markt. Jetzt machen Hilfsorganisationen und deutsche Steinmetze
mobil für den Kampf gegen diese "schmutzigen“ Steine.
Benjamin Pütter, der Kinderrechtsexperte von Misereor, hat sich unter der
falschen Identität eines Steinhändlers nach Indien aufgemacht, wo er
gemeinsam mit indischen Kollegen, die Arbeitsbedingungen in den Steinbrüchen
recherchiert. Auf seiner abenteuerlichen Reise begleiten wir ihn, zum Teil
mit versteckter Kamera. Wir entdecken dabei nicht nur 7jährige
Kinderarbeiter und ganze Dörfer in Schuldknechtschaft in den Steinbrüchen
für den heimischen indischen Markt.
Wir halten auch im Bild fest, was bisher immer bestritten und noch nie
gezeigt wurde: Auch in den Exportsteinbrüchen arbeiten Kinder ab 12 Jahren –
trotz strengstem Verbot durch die indische Regierung. Im Film gelingt
erstmals der Nachweis der direkten Verbindung zwischen indischen
Steinbrüchen mit Kinderarbeit und führenden deutschen Grabsteinhändlern, die
mit den Ergebnissen der Recherche konfrontiert werden.
Gleichzeitg arbeiten Pütter und seine indischen Partner an einem
unabhängigen Kontrollsystem, um Kinder- und Sklavenarbeit in den
Exportsteinbrüchen in Zukunft zu verhindern. Wie in der Teppichindustrie
soll ein Siegel faire Steine aus fairer Produktion und ohne Kinderhand
garantieren.
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