|
Magic Things - Think Magic

Mitten im Münchener Straßenverkehr dreht sich eine Frau in schwarzer
Kleidung mit einem Besen in einem Kreis aus weißen Bohnen. Die
bekannte Magieforscherin Luisa Francia steckt in einem Ritual. "Magie
ist ein spielerisches Mittel, um den Raum zu erweitern, die Fähigkeit,
mit allen Wesen und Dingen und Geschöpfen zu kommunizieren. Und es
funktioniert", erklärt die Schriftstellerin, die auf langen Reisen
durch Afrika viele magische Fetische der Naturreligionen gesammelt
hat. Federico Tolli, katholischer Theologe und Magier, steht dagegen
in der Tradition der europäischen Ritualmagie und sieht im modernen
Okkultismus eher die Wiedergeburt des antiken Mysterienspiels. Er
sagt: "Magie ist auch eine Art Kunst, eine Art Design. Es geht um das
Design seiner eigenen metaphysischen, religiösen Vorstellungen." Der
Film begleitet Tolli zu einem okkulten Orden und zeigt erstmals ohne
die unreflektierten Klischees des Satanismus zu bemühen, die
ritualmagische Zeremonie eines Saturnordens in Deutschland. Um das
Bedürfnis nach "greifbarer" Religiosität zu erfüllen, suchen immer
mehr Deutsche nach Vehikeln, ihre Spiritualität neu zu entwickeln. Der
Film zeigt auch Anhänger des Heilens mit Edelsteinen auf der
schwäbischen Alb und die Adepten klassischer japanischer
Samurai-Philosophie, die sich der zeremoniellen Kunst des
Schwertkampfes widmen. Mit scharfen Schwertern zur Schärfe des
Geistes: "Ich sehe das Schwert für mich als Werkzeug auf dem Weg einer
geistigen Entwicklung", so ein deutscher Schwertmeister.
|