|
Überleben in Tschernobyl
Herbst in Tschernobyl, der 17. seit dem GAU im ukranischen
Atomkraftwerk. Gespenstische Stille in der Todeszone, im Sperrbezirk
rund um den Atommeiler, der die grösste Nuklearkatastrophe der
Geschichte auslöste.
Natur und Tiere scheinen davon unberührt, ein Rätsel für zahlreiche
Forscher, die nach Erklärungen suchen. Tschernobyl ist zur schaurig
schönen Attraktion geworden, jedes Jahr kommen mehrere hundert
Touristen ins Katastrophengebiet, dem Sarkophag von Tschernobyl so nahe
kommen zu können, gilt als Nervenkitzel, ein Schutzanzug gehört zur
Ausrüstung dieser Neugierigen der besonderen Art. Pripjat, die Stadt
des technologischen Fortschritts der einstigen Sowjetunion ist heute
fast menschenleer, eine Geisterstadt.
Nach dem Reaktorunfall wurden alle 280 000 Einwohner evakuiert, 2000
kehrten zurück. Bis heute sind die Auswirkungen der Katastrophe nur in
Teilen erfasst, Statistiken wurden manipuliert, Opfer zu lange
ignoriert. Internationale humanitäre Hilfe wird gerne angenommen, seit
elf Jahren hilft die deutsche Stiftung "Kinder von Tschernobyl".
|