Im Einsatz für Kinder
Wenn Familienhelfer eingreifen
Wenn Teddybären, brennende Kerzen und Plakate mit großen Fragezeichen vor eine ganz normale Haustür in einer ganz normalen Straße gelegt werden, dann kam wieder einmal die Hilfe zu spät. Kevin, Lea Sophie, jeder kennt die Namen, kennt die düsteren Geschichten.
Kindesmisshandlungen und Kindstötungen schockieren Deutschland. Warum half niemand, haben die Behörden versagt, warum ist es so schwer, rechtzeitig einzugreifen? Immer dieselben Fragen. Die ZDF.reportage begleitet Menschen, die helfen: Freiwillige und Hauptamtliche.
Diana S. aus Berlin ist Familienhelferin beim Deutschen Roten Kreuz. Sie ist im Auftrag des Jugendamtes unterwegs. Sie ist immer unter Strom. Sie betreut acht Familien, die jede für sich einen Arbeitstag füllen könnten. Plötzlich knallt sie ihr Mobiltelefon auf den Tisch im Büro. “So, das war jetzt meine Erholungspause!” Ein kurzer Ausrutscher, dann hat sie sich wieder im Griff, konzentriert sich auf die nächste Aufgabe. Sie führt einen engen Terminkalender, aber die betreuten Familien haben Dianas Telefonnummer, und das wirkliche Leben richtet sich nur selten nach ihrem Zeitplan. Oft ist Diana S. für ihre Betreuten die einzige Rettung.
Prävention heißt das Zauberwort – Familienhelfer wie Diana S. intervenieren bereits, wenn sich ein Problem erst abzuzeichnen beginnt. Helfen, bevor die Probleme zur Bedrohung für die Familie werden, nur so können Lösungen gefunden werden.
Die Reportage berichtet auch von einer in Deutschland immer beliebter werdenden Art zu helfen: Patenschaften. Viele Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf, oft leben Verwandte weit weg. Hier können Patenschaften helfen – Erwachsene übernehmen Verantwortung für Kinder fremder Eltern.
“Big Friends for Youngster” BIFFY – Große Freunde für Kinder”, so heißt die private Organisation, über die der zehnjährige Lenny zu seinem Paten Morgan B. gekommen ist. Die beiden kennen sich mittlerweile einige Monate und sind längst dicke Freunde geworden. Anfangs hat es die allein erziehende Mutter Überwindung gekostet, Lenny einem Fremden anzuvertrauen, aber dann haben ihr die positiven Veränderungen an ihrem Jungen gezeigt, dass sie richtig entschieden hatte.
